Von sozialen Netzwerken zur schlechten Laune

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Von sozialen Netzwerken zur schlechten Laune

"Vergleich ist der Dieb der Freude".

Diese funkensprühende Wahrheit, ausgesprochen vom ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Theodore Roosevelt, ist nach wie vor aktuell. Vermutlich sogar so aktuell wie noch nie!

GutscheinLike.de möchte, so wie alle, gerne eine Antwort auf die Frage finden: „Warum vergleichen wir uns ständig mit anderen?

In den 50ern traute sich der Psychologe Leon Festinger an das Dilemma der Menschheit heran. Er fand heraus, das das Vergleichen mit anderen auf zweierlei Weisen wirken kann: es kann uns auf die Höhen des Erfolgs treiben oder auch mit Krach vom Felsen der Enttäuschung herunterschmeißen. Unsere soziale Umgebung peitscht uns ständig an, wir beobachten andere und denken: „Genau, so sollte man leben, dort Urlaub verbringen und genau so viele Male Bauchmuskelübungen machen“. Paradoxerweise vergessen wir dabei stets, wie wichtig es ist, man selbst zu sein, statt eine Kopie des gesellschaftlich erfundenen Ideals auszuleben. Ganz ehrlich, Sie wollen doch nicht so sein „wie alle“!

Das Bedürfnis, Parallelen zu ziehen, wächst katastrophal mit der Entwicklung sozialer Netzwerke.

Mit jeder Surf-Minute in Facebook, Twitter oder Instagram erwacht in uns der Genie des Selbstentdeckers. Schließlich liegt jetzt jemand in der Sonne auf Kanaren, ein anderer segelt auf einer schneeweißen Jacht auf türkisfarbenen Bläue der Wellen, während wir im Büro sitzen oder im Haushalt schuften. Und es entsteht der Eindruck, dass die ganze Welt lebt und tanzt, und wir mal wieder Außenseiter sind. Wahrscheinlich stimmt dieser Eindruck wenig mit den Tatsachen überein. Womöglich schaut sich jemand im Moment unser Leben in sozialen Netzwerken mit gleicher Bewunderung an, wie wir es bei unseren „richtigen“ und „fehlerlosen“ Freunden und Bekannten tun.

Hier haben Sie ein Beispiel, wie soziale Netzwerke auf uns wirken können:

Eine junge Frau wurde nicht zum Tanzabend eingeladen. Sie blieb ganz einsam und verlassen zu Hause. Am nächsten Tag sah sie auf Facebook viele gepostete Bilder von dieser Party. Das Anschauen der Bilder verdarb ihre Laune endgültig und die Selbsteinschätzung sank in den Negativbereich. All die strahlenden Gesichter der schicken Freundinnen, die die ganze Nacht mit ihren coolen Kerlen durchgetanzt haben, weckte in ihr das Gefühl, sie sei unattraktiv. Es wurde ihr ja nicht erzählt, dass bei der Einen die Wimperntusche verschmiert wurde und ein paar Andere unglaublich schlecht getanzt haben. Es war alles lange nicht so ideal, wie sie es sich ausgemalt hatte. Die Basis der sozialen Netzwerke ist das Spiel mit unserer Fantasie. An sich ist es schön, die Frage ist nur, wie es sich an unsere innere Welt auswirkt.

Sozialpsychologen machten eine Forschung mithilfe von 300 amerikanischer Studenten. Im Laufe von 14 Tagen reichten die jungen Leute Protokolle ein, aus denen hervorging, wie viel Zeit sie online verbrachten und welche Depressionssymptome bei ihnen dabei zum Vorschein kamen.

Die Ergebnisse sahen wir folgt aus: Die Teilnehmer (beider Geschlechter), die mehr Zeit bei Facebook verbrachten, wiesen stärkere Anzeichen von Depression auf, was durch den ständigen sozialen Vergleich hervorgerufen war.

Bedauerlicherweise sind wir nicht in der Lage, den Vegleichsprozess zu kontrollieren, er findet auf einer unbewussten Ebene statt.

Das Problem eskaliert noch mehr dadurch, dass die Nutzer sozialer Netzwerke nur ihre positiven Seiten preisgeben: sie verschönern ihre Geschichten und filtern sorgfältig ihre Fotos. So machen sie ihre Seite zu einem Märchen, von dem der Blick nicht zu lösen ist.

Wir vergessen jedoch, dass all das nur ein Bild ist, nur ein paar Momente eines scheinbar makellosen Lebens. Wenn Ihre Seite nicht von bunten Urlaubsfotos und Selfies aus dem Sportsaal wimmelt, heißt es nicht, dass Sie eine langweilige Person sind, die anderen gar nichts mitzuteilen hat. Man sollte schließlich bestimmte Momente für sich behalten, statt sie vor den Augen zahlloser Menschen offenzulegen, die, um ehrlich zu sein, nicht zu Ihren besten Freunden zählen. Man sollte sich selbst treu bleiben und die Überzeugung behalten, dass man in irgendetwas besser und vielleicht cooler ist.

Natürlich behaupten wir nicht, dass Facebook, Twitter oder Instagram an sich schlecht und zu meiden sind. Merken Sie aber, dass der Anblick der ganzen glücklichen Pärchen, exotischer Reisen, süßen Babys und idealer Frauen und Männer ihre Laune immer weiter hinunterzieht, haben Sie die Möglichkeit, den PC herunterzufahren und spazieren zu gehen. Remarque sah es z. B. so: "Was auch immer Ihnen zustößt, nehmen Sie es nicht zu ernst. Es gibt nur wenige Sachen auf der Welt, die auf lange Sicht wichtig sind".
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